Schweden

Was kommt auf den schwedischen Tisch?

Was wäre ein Besuch in einem fremden Land ohne sich einmal durch die kulinarischen Besonderheiten durchzufuttern? Und deshalb habe ich selbstverständlich auch unter die Lupe genommen, was in Schweden typischerweise auf den Tisch kommt.
Und beim Durchstöbern der Kneipen, Cafés und Restaurants fielen mir einige Dinge relativ schnell auf:

Jedes Lokal hatte mindestens eine Option mit Fisch, Garnelen oder anderen Meerestieren. Hinzu kam stets eine gehörige Portion Dill. Zumindest sehr, sehr viel häufiger, als es in Deutschland der Fall wäre. Dabei war es schon egal, ob es die belegten Brötchen in der Bäckerei waren oder ganze Hauptgerichte in einem Restaurant. Das herzhafte Essen in Südschweden scheint nicht ohne Meerestiere und ohne Dill auskommen zu können.

(Foto: “Janssons frestelse” – auf deutsch “Janssons Verführung” – ist ein schwedischer Auflauf aus Kartoffeln, Anchovis, Zwiebeln und Sahne.)

(Foto: Backkartoffeln mit Shrimps und Sahne-Dill-Soße. Der Klassisker in jedem schwedischen Lokal.)

Eine weiteres Lebensmittel, das mir aufgrund der Häufigkeit ins Auge gesprungen ist, waren Erbsensprossen. Ich rede also wirklich nicht von den Früchten der Erbse, wie wir sie in Deutschland am häufigsten verzehren, sondern tatsächlich von der Pflanze. Oft findet man die Blätter und jungen Ranken der Erbsenpflanzen in Salaten, oder als essbare Dekoration zu seinen Hauptspeisen. Und ich muss zugeben: Ich habe bis zu dieser Reise gar nicht gewusst, dass man die Pflanze an sich essen kann, aber ich muss sagen, dass sie überaus lecker ist!

Neben herzhaften Gängen gab es natürlich auch Unmengen an Süßspeisen und leckeren Naschereien. Allem voran kann man wohl behaupten, dass die Heidelbeere die Sparte der Nachtische dominiert. Ob als Kuchen, als Muß, als Obsteinlage in Dessertcremes, als Saft oder als “Blåbärsoppa” – einer traditionellen süßen Heidelbeersuppe – es gibt in Schweden keine Süßspeise, die man nicht auch mit Heidelbeeren herstellen könnte!

(Foto: ein einfacher Heidelbeer-Streuselkuchen)

Fast so beliebt wie Heidelbeeren, scheinen in Schweden und vor allem in den Städten Zimtschnecken zu sein. Ich habe keine Bäckerei, kein Café und keinen Kiosk erlebt, die nicht auch das gekringelte Zimtgebäck im Sortiment hätten. In der Machart unterscheiden sie sich nicht wirklich stark von deutschen Zimtschnecken, doch die Häufigkeit und die allgemeine Zugängigkeit dürfte für jeden Zimt-Junkie (wie auch ich einer bin) beinahe utopisch sein.

Eine andere schwedische Leckerei, die ich an dieser Stelle nicht verschweigen möchte, sind “Chokladbollar” – also auf deutsch Schokobälle. Dabei handelt es sich um Kugeln aus Kakao, Zucker, Speisefett und Haferflocken, die von außen noch nach belieben mit Kokosraspeln, Zucker oder Streuseln beklebt werden. Sie sind ziemlich massig und süß, weshalb man nicht viele von ihnen essen kann, aber es ändert nichts daran, dass sie sündhaft lecker sind. Und da die Schokoladenbälle aus relativ wenigen und simplen Zutaten bestehen, gehören sie zu den traditionellen Nachtischen, die jede schwedische Hausfrau schnell aus dem Ärmel schütteln kann. Die einfachsten Gerichte “von Mutti” sind und bleiben halt die besten.

(Foto: verschiedene Sorten Chokladbollar in der Auslage eines Cafés)

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