Italien

Sizilianische Leckereien

Bevor ich Sizilien verlasse und meine Reise auf dem Festland fortsetze, möchte ich euch noch einige Leckerbissen vorstellen, die meinen Weg auf der Insel begleitet haben und die wahrscheinlich den Startschuss für meinen Winterspeck gegeben haben.

 

Arancini

Arancini sind gefüllte und frittierte Reiskugeln. Der Name leitet sich vom italienischen Wort für Orange, arancia, ab und man erkennt beim Anblick auch schnell, warum der Name so gewählt wurde. Arancini bekommt man mit allen möglichen und unmöglichen Füllungen. Von verschiedenen Gemüsen über Käse bis hin zu Fleisch und Fisch ist alles denkbar. Ich persönlich finde sie sehr, sehr lecker und habe sie immer als vollwertige Mahlzeit betrachtet – eben eine Portion Reis mit Beilage.
Über den Namen wird auf Sizilien übrigens leidenschaftlich gerne gestritten. Während die meisten sie Arancini nennen, gibt es immer noch viele Leute, die Arancine sagen. Es ist vergleichbar mit der in Deutschland nie enden wollenden Diskussion, ob es der, die oder das Nutella ist.

 

(Foto: Ein frisch frittierter Arancino vom Straßenrand.)

 

Cannoli Siciliani

Die wohl wundervollste Süßspeise der Insel sind die sizilianischen Cannoli. Dabei handelt es sich um eine aus Teig gebackene Röhre, die mit süßer Ricotta-Creme gefüllt wird. Traditionell werden sie noch mit kandierten Orangenschalen belegt, doch in den Cafés werden oft auch andere Varianten angeboten.

 

(Foto: Manchmal bekommt man Cannoli auch in leichten Abwandlungen. Hier zum Beispiel waren der Ricotta-Creme noch Schokotropfen hinzugefügt worden.)

 

(Foto: Cannoli findet man manchmal auch in kleineren Versionen, sodass sie nicht so sehr stopfen und eine perfekte Ergänzung zum Cappuccino bilden.)

 

Panelle

Panelle waren mein persönlicher Liebling unter sizilianischem Streetfood. Panelle sind aus lediglich Kichererbsenmehl, Gewürzen und Wasser hergestellte Fladen, die vor dem Verzehr kurz in heißem Fett aufgebacken werden. Üblicherweise werden diese Fladen dann in einem aufgeschnitten Sesambrötchen serviert und können unterwegs verzehrt werden.
Panelle sind allerdings eher im Westen der Insel bekannt. Im Osten Siziliens sucht man sie manchmal vergeblich.

 

(Foto: Vor allem in Palermo und Umgebung werden fast überall auf der Straße frische Panelle im Brötchen angeboten.)

 

Sizilianischer Saft

Unter Sizilianischem Saft versteht man auf der Insel einfach den frisch gepressten Saft von Orangen und Granatäpfeln in einem Mischverhältnis von 50/50. Eigentlich nichts Spektakuläres, aber sehr lecker. Und für uns Deutsche ein ulkiger Anblick zu sehen, wie die frisch aufgeschnittenen Granatäpfel in die Orangenpresse gedrückt werden.

 

Cassata Siciliana

Wer den Wunsch hat, seinen Blutzuckerspiegel in wenigen Minuten um mindestens 500 Punkte zu steigern, der ist mit der sizilianischen Cassata bestens bedient. Diese Süßspeise besteht lediglich aus einem Biscuitboden, der mit süßer Ricotta-Creme bestrichen und dann in Zuckerguss ertränkt wird. Und weil das noch nicht süß genug ist, kommen zum Abschluss noch allerhand kandierte Früchte zur Dekoration auf die Cassata. Viel Glück!

 

(Foto: Ein sehr kleines Stück Cassata, das vielleicht unscheinbar wirkt, es aber wirklich in sich hat!)

 

Caponata

Die Caponata ist im Vergleich zu den Panelle mehr im Osten als im Westen verbreitet und ist im Grunde verkochtes Gemüse nach süß-saurer Art. (Mich persönlich hat es sogar etwas an polnisches Bigos erinnert.) Für eine Caponata werden vor allem Auberginen und Tomaten verwendet, aber letztendlich kann jedes Gemüse seinen Weg in den Topf finden. Jede Familie hat ihr eigenes Caponata-Rezept und es ist daher auch sehr beliebt, da es als “Reste-Essen” herhalten kann.
Gerade in Catania gibt es die Eigenheit, dass Caponata oft mit Kakao oder geraspelter Bitterschokolade serviert wird, was zunächst etwas befremdlich klingt, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Kakao-Aroma sich perfekt in den gesamten Geschmack einfügt.

 

Granite

Granite erinnern sehr an die mittlerweile überall populären Slushies, allerdings haben sie in Sizilien tatsächlich eine lange Tradition. Früher hat man Granite vor allem aus Zitronensaft hergestellt, indem man es gefroren und zwischendurch immer wieder umgerührt hat, damit es eine kernige Konsistenz erhält. Heute gibt es Granite selbstverständlich auch in vielen anderen Sorten und der Hauptunterschied zu den erwähnten Slushies ist in meinen Augen, dass Granite nicht so süß sind und vor allem nicht aus Wasser und Sirup, sondern aus Fruchtsäften oder Fruchtmus hergestellt werden.
Ebenso gibt es sie häufig nicht in diesen “Getränkespendern” wie Slushies, sondern in eigenen Fächern neben der herkömmlichen Eiscreme, von wo aus die Granite dann mit einem Löffel oder Spachtel in Becher geschaufelt werden.

 

(Foto: Nicht selten werden Granite in Geschmacksrichtungen angeboten, die für Deutsche vielleicht etwas ungewohnt klingen. in diesem Fall handelte es sich um schwarze Maulbeere. Sehr lecker!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.