Spanien

35. Etappe: Olveiroa – Fisterra/Finisterre

Gelaufen: 34 km (gesamt: 770 km)

Heute wurde ich mit dem schönsten Sonnenaufgang seit Pobeña beglückt, wenn nicht sogar mit dem schönsten Sonnenaufgang meines gesamten Caminos. Ich war bereits früh in Olveiroa aufgebrochen und nur kurze Zeit später gaben das Zusammenspiel aus wunderschöner Landschaft mit einem sich durch Berge windenden Fluss und dem Licht der aufgehenden Sonne ein atemberaubendes Bild ab.

 

 

Weiter ging die Wanderung durch die leicht bergige Region und nach einem scheinbar ewigen Aufstieg und 15 Kilometern ohne Zivilisation präsentierte sich schließlich ein neuer aber doch altbekannter Anblick: das Meer. Schnell waren die Strapazen des zurückliegenden Berges vergessen und plötzlich lief sich die Strecke wie von alleine. Man könnte meinen, dass man sich in den Wochen vom Baskenland bis durch Asturien am Meer satt sehen konnte, aber dennoch merke ich in dem Moment, dass ich es in den letzten zwei Wochen sehnlichst vermisst hatte.

 

 

Der Camino führte durch eine sehr angenehme und gemütliche Stadt namens Cee, in der ich mir uns meinen Füßen an einem kleinen Brunnen eine Pause gönnte. Mittlerweile stand die Sonne hoch am Himmel und die Temperaturen sind erneut sehr sommerlich geworden, sodass man diese Nähe zum Meer und auch das Nichtstun und Dösen in der Sonne in vollen Zügen genießen konnte.

 

 

Nachdem man Cee verlassen hatte, ging es weitere 15 Kilometer an der Küste entlang. Der gesamte Landstrich erinnerte wieder sehr an den “Camino del norte”, aber das störte mich persönlich kein bisschen. Ich hätte in dieser Landschaft und bei diesem Wetter noch Stunden weiterlaufen können, so wohl fühlte ich mich dabei, endlich wieder am Atlantik zu sein.

Und schließlich erblickte man in der Ferne das Kap Fisterra / Finisterre mit der gleichnamigen Stadt. Zwar waren es noch einige Kilometer bis zum Ziel, die zum Ende hin weitestgehend an einem breiten Sandstrand vorbeiführten, aber dennoch war die Vorfreude ungebrochen, auch wenn plötzlich immer mehr Nebel aufzog. Ich freute mich vor allem darauf, nach altem Brauch meine eigenen Jakobsmuscheln am Strand einzusammeln und ebenso war ich sehr aufgeregt, an dem Abend das alte mittelalterliche Ritual von Finisterre durchzuführen.

 

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